Samstag, 9. Februar 2008

iso1600 (eine notiz)

ich bin überbelichtet. das resultat einer zu langen verschlusszeit auf lichtempfindlichem film. die linse schließt sich nicht richtig. wie meine pupillen. die augen von elisabeth I. ihr haus- und hofarzt notierte dass sie kurzsichtig wäre. alles ist hell. zu weit könnte man sagen. der weg. das hemd das ich trage die hose mein haus. die weit aufgespannten arme der gegenüber ihre vor gram weit aufgerissenen münder in denen kein blatt papier seinen halt finden würde. und wie alles schlicht eine übertreibung mit weißabgleich

Montag, 4. Februar 2008

im halbschlaf oder der wunsch den dingen namen zu geben

fingerkuppen zerbrechlich wie glas reibungswärme rauchglas die scherben von steingut oder die höhlende schräge die rote linie der datumsgrenze und das verzerrte nästeln des windes eingefangen zwischen zeigefinger und küchenuhr ein moment der scheinbarkeit des möglichen vielleicht auch nur der gewichtige ausschlag eines pendels zur vollen stunde ein sprung zur messung der dichte

Mittwoch, 16. Januar 2008

fundevogel

das blinde tasten meiner vom weg
abgekommenen solis das
wagnis in der dunkelheit
das wagnis eines
in der nacht zur hälfte geöffneten
fensters heimlich
belauscht von den
leviten des
hungerengels
neben dem stillen wohlwollen
deiner hände ein
zukunftsspiel oder
die lage eines im acker
verborgenen schatzes

Freitag, 11. Januar 2008

offenbarung (konzept)

ich blicke auf das grab meines vaters und alles was ich sehe ist das fleißige lieschen dessen weiße blütenblätter mit den pockigen narben brauner regentropfen gevierteilt wurden. über dem stein gratiniert das sonnenlicht unterdessen zu braunen streifen. all meine fragen sind mit ihm bestattet worden und sind wieder auferstanden um wie lanzen gegen mich gerichtet wieder zu mir zurückzukehren. wie eine hand streckt sich frage für frage aus glied für glied reckt sich mir entgegen - lanze und rute wie im märchen vom eigensinnigen kind. der nasse mull mein bandagiertes gesicht sind inzwischen feucht von der offenen erde. die feuchtigkeit hat mich wund gemacht. die gräber als abbild einer unter der stadt verlaufenden kanalisation als anhaltspunkte zur orientierung. schaltplan. kabelbaum.

Freitag, 28. Dezember 2007

ich atme schnee

in mir haben sich eiskristalle gebildet. das wasser in meinem gewebe ist zu eis erstarrt das mir die gefäße dehnt bis sie aufspringen wie unter druck geratene ventile. die haut schält sich mir schon vom knochen. das gesicht lässt sich abtragen wie eine maske aus schnee. der hagel hat aufgehört auf meinem körper zu schmelzen. vielmehr drückt mich die last immer neuer massen von schnee und eis innen wie außen

Montag, 12. November 2007

das prinzessinnensymptom


das prinzesinnensymptom ist ein holzschuh ist ein pantoffel an den eigenen fuß angepasst maßarbeit könnte man sagen handgefertigt und aus seidentaft der unnachgiebige drang huckepack getragen zu werden ein märchen mit ross und reiter einer leiter die in den himmel führt zwei stämme einer eiche aus der wir unsere arche bauen ein bett ein stuhl und zwei paar schuhe walnusseis waffeln und duschgespräche eine vase aus tagen viertelstunden mohnbrötchen und nanaminze pferdehaarwolken eine muschel auf dem bürgersteig oder ein seidenband um den finger ein krönchen aus bernstein zertanzte schuhe silber das durch die beine schießt vierundzwanzig grad celsius gefühlte temperatur der gleichklang einer handvoll münzen gegen eine mauer geworfen

man könnte auch einfach sagen der unnachgiebige drang glücklich sein zu wollen.



Donnerstag, 25. Oktober 2007

oppholdsvaer


ich will nicht mehr nach meinem namen fragen
meiner herkunft. das
trockene papier einer seite soll mir
genügen. statt dessen
will ich lieber meine fußabdrücke im schlick
wiederfinden und mit den möwen schreien.
ich habe die weißen krebse gezählt
die weißen kiesel
die adern unter der haut
habe ich wiedergefunden
und in deinen augen. mit dem
schwanz einer rotweißen katze
schreibe ich deinen namen in den sand wo
ihn die flut wiederholt
morgen wenn wir uns wiedersehen

Montag, 1. Oktober 2007

improvisierter diskurs über den natürlichen zustand des menschen

die demontage unserer realität erfolgt durch das denken. kommunikation zwischenmenschliche bindungen und jegliche art von phänomenen versuchen wir mittels denkprozessen in genießbare häppchen zu zerteilen und auf diese weise begreifbar zu machen. ist das denken nur ein verstecker versuch von realitätsflucht? was wenn das denken nicht der schlüssel der menschlichen existenz ist. dies wirft die frage auf: wie äußert sich menschliche authentizität. die versuchung kant und die vernunft als ein uns alle verbindendes element anzuführen ist groß und die vermutung daß die vernunft jedem menschen zugänglich sei liegt nahe. zumindest aus westlicher sicht. ist die vernunft bildungsabhängig. sehr wahrscheinlich ist diese frage mit 'nein' zu beantworten. allerdings ist sie sehr stark mit dem sozialen und kulturellen kontext verbunden das heißt auch die vernunft als vermeintlich stabile größe ist in wirklichkeit höchst flexibel in ihrer anwendung und deutung.
vielleicht ist es nicht das denken wie ich lange vermutete das den menschen zum menschen macht sondern einzig und allein die authentizität. wie aber könnte die angenommene authentizität der menschlichen natur aussehen? möglicherweise befindet sich der mensch in einer evolutionären senke gefangen zwischen denken und trieb. durch den verlust unserer natürlichen identität hat der mensch den bezug zu sich selbst verloren. er ist zu einem kunstwesen herabgesunken dessen dilemma unübersehbar geworden ist.
die kritische selbstrefelxion bietet den einzigen ausweg. bildung vernunft und ein reflektierter umgang mit der eigenen triebhaftigkeit als ausschrei eines back to the primitive - als brücke zum menschen ?

Mittwoch, 19. September 2007

Montag, 10. September 2007

de profundis nach Derrida

meine augenblickliche gemütslage ist ein abstrahierter zustand metabolisiert überreizt und unversöhnlich. die ungewissheit als einendes element fordert die rückbesinnung auf camus und die absurdität als aussöhnende theorie als basis fundament einer darüber oder darunterliegenden wahrheit die nicht existiert in einer gegenwart des dekonstruktivistischen prinzips der postmoderne. es wäre zeit in die kirche zu gehen und zu beten die glocken zu läuten bis sie sich aufbäumen auftürmen zu einem entzweienden lärm einem ohrenbetäubenden berg nässender lumpen. zeit für eine pest unter fremden könnte man sagen.
die rechtfertigung für die philosophie von camus liegt in der beschreibung eines zustandes statt dem ewigen scheitern anderer philosphen die vergeblich einer beschreibung der ursache trotzen und ein ganzes leben aufwenden zur lösung eines aus organen gewobenen knotens dem rekontsruieren einer zum untergang bestimmten karavelle mit dem anspruch auf eine metatheoretische wirklichkeitstreue oder erkenntnis über die unvereinbarkeit parallel existierender ansätze oder die ermüdende erkenntnis übersteigerter differenzierungen bis zur auflösung dekonstruktion.
die eigene klanglosigkeit. ein schallgedämpfter raum in dem im regelmäßigen turnus die hämmer schwingen und beim feilen doch nur späne unter die werkbank fallen. das prinzip der deklassierten mittelmäßigkeit fortsetzungsbedingter beschleunigung und unvereinbarkeit von lust und aufmerksamkeit zersetzt fiebert und leugnet spottet jedem versuch von wirklichkeit und fügt sich nahtlos in das weltbild sinnzerstörter luftleerer räume.