Montag, 12. November 2007

das prinzessinnensymptom


das prinzesinnensymptom ist ein holzschuh ist ein pantoffel an den eigenen fuß angepasst maßarbeit könnte man sagen handgefertigt und aus seidentaft der unnachgiebige drang huckepack getragen zu werden ein märchen mit ross und reiter einer leiter die in den himmel führt zwei stämme einer eiche aus der wir unsere arche bauen ein bett ein stuhl und zwei paar schuhe walnusseis waffeln und duschgespräche eine vase aus tagen viertelstunden mohnbrötchen und nanaminze pferdehaarwolken eine muschel auf dem bürgersteig oder ein seidenband um den finger ein krönchen aus bernstein zertanzte schuhe silber das durch die beine schießt vierundzwanzig grad celsius gefühlte temperatur der gleichklang einer handvoll münzen gegen eine mauer geworfen

man könnte auch einfach sagen der unnachgiebige drang glücklich sein zu wollen.



Donnerstag, 25. Oktober 2007

oppholdsvaer


ich will nicht mehr nach meinem namen fragen
meiner herkunft. das
trockene papier einer seite soll mir
genügen. statt dessen
will ich lieber meine fußabdrücke im schlick
wiederfinden und mit den möwen schreien.
ich habe die weißen krebse gezählt
die weißen kiesel
die adern unter der haut
habe ich wiedergefunden
und in deinen augen. mit dem
schwanz einer rotweißen katze
schreibe ich deinen namen in den sand wo
ihn die flut wiederholt
morgen wenn wir uns wiedersehen

Montag, 1. Oktober 2007

improvisierter diskurs über den natürlichen zustand des menschen

die demontage unserer realität erfolgt durch das denken. kommunikation zwischenmenschliche bindungen und jegliche art von phänomenen versuchen wir mittels denkprozessen in genießbare häppchen zu zerteilen und auf diese weise begreifbar zu machen. ist das denken nur ein verstecker versuch von realitätsflucht? was wenn das denken nicht der schlüssel der menschlichen existenz ist. dies wirft die frage auf: wie äußert sich menschliche authentizität. die versuchung kant und die vernunft als ein uns alle verbindendes element anzuführen ist groß und die vermutung daß die vernunft jedem menschen zugänglich sei liegt nahe. zumindest aus westlicher sicht. ist die vernunft bildungsabhängig. sehr wahrscheinlich ist diese frage mit 'nein' zu beantworten. allerdings ist sie sehr stark mit dem sozialen und kulturellen kontext verbunden das heißt auch die vernunft als vermeintlich stabile größe ist in wirklichkeit höchst flexibel in ihrer anwendung und deutung.
vielleicht ist es nicht das denken wie ich lange vermutete das den menschen zum menschen macht sondern einzig und allein die authentizität. wie aber könnte die angenommene authentizität der menschlichen natur aussehen? möglicherweise befindet sich der mensch in einer evolutionären senke gefangen zwischen denken und trieb. durch den verlust unserer natürlichen identität hat der mensch den bezug zu sich selbst verloren. er ist zu einem kunstwesen herabgesunken dessen dilemma unübersehbar geworden ist.
die kritische selbstrefelxion bietet den einzigen ausweg. bildung vernunft und ein reflektierter umgang mit der eigenen triebhaftigkeit als ausschrei eines back to the primitive - als brücke zum menschen ?

Mittwoch, 19. September 2007

Montag, 10. September 2007

de profundis nach Derrida

meine augenblickliche gemütslage ist ein abstrahierter zustand metabolisiert überreizt und unversöhnlich. die ungewissheit als einendes element fordert die rückbesinnung auf camus und die absurdität als aussöhnende theorie als basis fundament einer darüber oder darunterliegenden wahrheit die nicht existiert in einer gegenwart des dekonstruktivistischen prinzips der postmoderne. es wäre zeit in die kirche zu gehen und zu beten die glocken zu läuten bis sie sich aufbäumen auftürmen zu einem entzweienden lärm einem ohrenbetäubenden berg nässender lumpen. zeit für eine pest unter fremden könnte man sagen.
die rechtfertigung für die philosophie von camus liegt in der beschreibung eines zustandes statt dem ewigen scheitern anderer philosphen die vergeblich einer beschreibung der ursache trotzen und ein ganzes leben aufwenden zur lösung eines aus organen gewobenen knotens dem rekontsruieren einer zum untergang bestimmten karavelle mit dem anspruch auf eine metatheoretische wirklichkeitstreue oder erkenntnis über die unvereinbarkeit parallel existierender ansätze oder die ermüdende erkenntnis übersteigerter differenzierungen bis zur auflösung dekonstruktion.
die eigene klanglosigkeit. ein schallgedämpfter raum in dem im regelmäßigen turnus die hämmer schwingen und beim feilen doch nur späne unter die werkbank fallen. das prinzip der deklassierten mittelmäßigkeit fortsetzungsbedingter beschleunigung und unvereinbarkeit von lust und aufmerksamkeit zersetzt fiebert und leugnet spottet jedem versuch von wirklichkeit und fügt sich nahtlos in das weltbild sinnzerstörter luftleerer räume.

Dienstag, 28. August 2007

tage zum fliegen lernen

es gibt tage an denen sich eisvögel auf felsen niederlassen um zu tauchen und nicht länger zu warten weil der grund rauh ist warm und lebendig es gibt tage an denen eisvögel den schatten von eschen suchen weil sie eschen sind und keine birken
es gibt tage an denen eisvögel in den augen von moais nisten weil sie keine schwalben sind und die reise ein ende hat es gibt tage an denen eisvögel auf den schultern von moais wachsen weil sie breit genug sind es gibt tage an denen sich eisvögel auf felsen niederlassen weil der wind dreht und karpfen fliegen lernen

Montag, 27. August 2007

fischzug oder beim gleiten

in den gezeiten eines amphibischen tages gleiten wir ohne erinnerung gleiten wir über das wasser werden wir unter wasser gezogen zum ufer hin vom ufer weg gezogen begleitet von jungfrauen und karpfen mit weit aufgesperrtem rachen mit aufgerissenen kiemen und nüstern vor den karren gespannt vor den wagen und auf dem horn eines steinbocks werden die hunde zurückgerufen in die marschöfe zurückgerufen in den hintersten winkel der sträucher entzünden wir die lupinen am zenit der unvergesslichen wolkenhaine bis die haut aufsteigt die haut ein fesselbalon deine arme dein atem dein mund mein moai deine lippen wie meine lippen und mit den armen breitest du flügel aus breitest mir schatten aus mit deinem rücken wie ein falter nachtfalter auf halbem wege unterwegs unterwegs mein moai dein kleiner finger und mein kleiner finger hast du mir deine hand gereicht

Sonntag, 19. August 2007

meantime / zwischenzeit

wer haette gedacht dass es moeglich waere. dass augenblicke zu stunden werden morgens um fuenf oder unten am rheinufer wenn ich die farben deiner iris zaehle wenn ich mir die schuhe ausziehe am oberen ende der couch oder der fleck aus hydraulikoel deine schoenen haende eine katze die um die beine schleicht oder der geschmack von erdebeeren auf der zunge nach einem elfuhrdreissigtermin das franzoesische fruehstueck das franzoesische abendessen wir schinden zeit wochenweise bewegen wir uns fort tauchen wir auf um wieder unterzutauchen aus den tagen aus dem leinen dass das aufwachen schoener wird als das schlafen zwischen neun und neun meantime moechte man meinen will ich dir auf den ruecken schreiben mit spinnenfingern und momenten fuer sekunden gebrochenen augen eine quadratur des kreises und der vollstaendigkeit halber fortsetzung folgt ...

Mittwoch, 8. August 2007

eternal walk

unter den armen tragen wir das verbotene buch unserer gedanken tragen wir unsere haut zu markte zu füßen purpurgeborener häupter einen winkel weit und mit geschlossenen augen treten wir aus dem haus treten wir vor um uns auszuschlagen zwischen die stände barbusiger limetten zitronen und mangoldblätter eingekleidet in den rauch aus verbranntem laub und fauliger äpfel fallen die strähnen unserer träume fallen in langen strähnen und nach kokosnuß duftende augenblicke hinter milchglasscheiben unterdessen die schafe zur schur in die hinterhöfe getrieben werden und zurück in die beiboote eines nachtmittags ohne stunden

am offenen herzen (morgens)

das mondschaf hält die tage still und unbeweglich. vier nadeln in meinem körper machen mich ruhig dein schatten unsere tage rauschehände am ende des tunnels. um halb sieben morgens halten wir die zeit an mit unseren schultern bis sie stillsteht bis die zeit still steht und wir uns vorwärtstasten vorwärtstasten bis hinaus vor die haustüre weil dort der tag anbricht