Dienstag, 29. Juli 2008

der schild der corona














auf dem schild der corona dröhnt das schlagen
der faust das schlagen der
meldereiterin auf ihrem weg durch das karwendelgebirge
schlägt sie mit ihrer faust
ballt sie ihre faust
reitet sie bringt sie nachricht
die gebundene rotation trägt sie bei sich
die erinnerungen zu einem schacht verengt
trägt sie bei sich die faust auf dem schild
die nachricht
das schlagen der meldereiterin auf dem schild der corona
das dröhnen der meldereiterin im karwendelgebirge
die gebundene rotation ihrer gedanken trägt sie bei sich

Freitag, 30. Mai 2008

moleunddamm

ich bin des kampfes müde geworden

deine tigeraugen bieten mir heimat

die zeit dein rücken ein schild für meinen

weißen hunger.


in deinem haar sollen die

tauben nisten und unter deinen armen

will ich perlen züchten jenseits aller schalen

und winde


in deinem hafen duftet es nach regen

und erde

Mittwoch, 21. Mai 2008

statement

es ist kein gutes gefühl jemandem die pest an den hals zu wünschen

der verstand entmenschlicht und auch die kunst siehe künstlich ist nur eine weitere entmenschlichung der natur. es ist zeit die ziele klar zu definieren und die voraussetzungen auszuloten. es bleibt schlicht müßig zu versuchen mit dem verstand zu erfassen was die natur was der instinkt uns diktiert. und zwecklos das vegetative durch mehr oder weniger artikulierte kehllaute schrift sprache kunst deutlich machen zu wollen. noch ist keine sprache gefunden. es bleibt ein herumstochern im nebel. die zeit des individualismus ist längst nicht angebrochen. wir leben in einer götterdämmerung in der wir das selbstbestimmsein ahnen können ohne eine vorstellung davon zu haben. die gemeinschaft der menschen ist zu groß so dass mehr als eine koexistenz kaum noch möglich ist. die individualität ist ein luxus den wir uns nicht leisten können. wir sind nur ein schatten der möglichkeiten.

Montag, 10. März 2008

Samstag, 1. März 2008

161 zentimeter und kein bißchen weise

wenn man etwas will, dann muss man sich selbst darum kümmern. eine einfache binsenweisheit, aber dabei leider so brachial banal und darum wahr, wie eine schlagzeile in der bildzeitung. so werde ich also wieder einmal die erwachsene spielen müssen und meinem potentiellen post-arbeitgeber mitteilen, dass ich mich zwar freue ins rampenlicht gerückt zu werden, dass meine bewerbung aber bereits abgelehnt wurde. dann gilt es abzuwarten und der dinge zu harren, die da kommen mögen. und wenn ihr mich fragt - es wird nichts gutes sein. der schöne sonntagsdienst für den ich sonst fünf lokaltermine wahrnehmen müsste, wird wie eine persönliche aktennotiz in den niederungen eines städtischen archivs verlustig gehen. vielleicht sollte ich mich damit abfinden. einfach damit abfinden können, dass nichts läuft wie man es plant. aber die neckarbegradigung war doch auch erfolgreich verdammt

Mittwoch, 13. Februar 2008

zweihoch

kichererbse kommt von cicer [lat.] und heißt deshalb soviel wie erbserbse obwohl es vielleicht besser kicherbeere heißen sollte

es ist so leicht dich zu lieben

auf dem seil

in körben aus geflochtenem gras trage ich gestirne von obst und weihrauch in meinen schlaf. zwischen den maschen der jalousie düstert der tag herauf. auf dem boden verstreut liegen die henkel von trauben. kernlos. neutronen meines hungers - meines unstillbaren eifers nach greifbarkeit.
um den mit federn und spiegeldecken geschmückten zirkuspferden zu entkommen erfinde ich namen. jeweils zehn. beginnend mit dem gleichen buchstaben. manchmal sind es auch tiere.
dann falle ich zurück in meine einsamkeit meinen raum der stille wo helle stimmen ewig flüstern und die zeit zu einem endlosen beben wird. und fülle auch dir den becher. denn du bist mein messer mein trost meine herrlichkeit

Samstag, 9. Februar 2008

iso1600 (eine notiz)

ich bin überbelichtet. das resultat einer zu langen verschlusszeit auf lichtempfindlichem film. die linse schließt sich nicht richtig. wie meine pupillen. die augen von elisabeth I. ihr haus- und hofarzt notierte dass sie kurzsichtig wäre. alles ist hell. zu weit könnte man sagen. der weg. das hemd das ich trage die hose mein haus. die weit aufgespannten arme der gegenüber ihre vor gram weit aufgerissenen münder in denen kein blatt papier seinen halt finden würde. und wie alles schlicht eine übertreibung mit weißabgleich

Montag, 4. Februar 2008

im halbschlaf oder der wunsch den dingen namen zu geben

fingerkuppen zerbrechlich wie glas reibungswärme rauchglas die scherben von steingut oder die höhlende schräge die rote linie der datumsgrenze und das verzerrte nästeln des windes eingefangen zwischen zeigefinger und küchenuhr ein moment der scheinbarkeit des möglichen vielleicht auch nur der gewichtige ausschlag eines pendels zur vollen stunde ein sprung zur messung der dichte

Mittwoch, 16. Januar 2008

fundevogel

das blinde tasten meiner vom weg
abgekommenen solis das
wagnis in der dunkelheit
das wagnis eines
in der nacht zur hälfte geöffneten
fensters heimlich
belauscht von den
leviten des
hungerengels
neben dem stillen wohlwollen
deiner hände ein
zukunftsspiel oder
die lage eines im acker
verborgenen schatzes